Learning Matters

Microlearning: Nur ein Hype oder sinnvoll?

Es ist bekannt, dass Lernen am Arbeitsplatz häufig in sehr kurzen Zeitfenstern geschieht. Die Idee, Lernerlebnisse häppchenweise zu vermitteln – wir sprechen von zwei bis drei Minuten Bearbeitungszeit –, liegt nahe. Seit einigen Jahren sind deshalb im Bereich digitalen Lernens die Stichworte Learning Nugget und Microlearning im Trend. Trotzdem sind grössere Lerneinheiten mit komplexem Inhalt für viele Nutzer virtueller Lernangebote eine Realität. Verschlafen Auftraggeber und Hersteller den Wechsel vom "Kurs" zur "Lernressource"?

Der nähere Blick zeigt: Ein blosses Reagieren auf Bedingungen am Arbeitsplatz greift zu kurz. Manche Konzepte lassen sich nicht sinnvoll in drei Minuten vermitteln. Ein tieferes Verständnis eines Sachverhalts braucht seine Zeit. Dazu kommt: Auch grösser angelegte Module können Informationen stufengerecht anbieten. Anwender mit beschränktem Lernzeitbudget und gutem Vorwissen verschaffen sich anhand von kurzen Basistexten einen Überblick. Lernende mit grösserem Wissensbedarf bearbeiten auch ergänzende, fakultative Teile des virtuellen Lernangebots, wie etwa Fallbeispiele. Und schliesslich kann dieses noch auf weitere Quellen verweisen, beispielsweise verlinkte Dokumente oder Intranetseiten.
Ist Microlearning deshalb eine kurzlebige Modeerscheinung? Wir meinen: Kurze Lerneinheiten sind nicht die Lösung für sämtliche Vermittlungsabsichten, sie können aber durchaus sinnvollen Einsatz finden, etwa bei der Vermittlung von Detailwissen "on demand", zum Üben, als Teaser, "Advance Organizer" oder in Form punktueller Herausforderungen. Insbesondere bei erwünschten Verhaltensänderungen oder Kulturwandel im Unternehmen kann es sich als wirkungsvoll erweisen, dem Zielpublikum wiederholte, aber kurze Lernerlebnisse zu vermitteln. Gerne besprechen wir mit Ihnen, ob und wie Microlearning-Einheiten in Ihrem Kontext in denkbare didaktische Szenarien passen.

Content is King

Vor kurzem erzählte uns der Verantwortliche einer Bank-Akademie, dass ein siebenstelliges Budget für das Upgrade ihrer globalen Lernplattform bewilligt worden sei. "Und was haben die Mitarbeitenden davon?", war unsere Frage. "Nun, das Frontend wird aktualisiert, alles in die Cloud migriert. Es ist eher ein technisches Projekt. Die vielen Schnittstellen, die Komplexität des Rollouts über mehrere Kontinente. Die Kosten für Lizenzupgrades und Implementationspartner..."

Natürlich investiert die Bank auch einiges in die Entwicklung von Lernmedien, doch der Spardruck ist spürbar. Und wirkt sich letzten Endes auf den Lernerfolg aus. Wie sähe die Lehrmittelbibliothek aus, wenn bei den Investitionen das Verhältnis zwischen Infrastruktur und Inhalten anders wäre?
Wir plädieren für eine kritische Durchleuchtung der Ausgaben und fragen auch danach, ob all die Functions und Features der grossen Lernplattformen tatsächlich notwendig sind. Gäbe es nicht andere Ansätze? Was genau muss getrackt werden, um compliant mit regulatorischen Anforderungen zu sein? Haben SCORM und xAPI in eine Richtung geführt, die langfristig sinnvoll ist? Wir zeigen Wege auf, welche die Qualität des Contents steigern, Investitionen für Drittplattformen und Schnittstellen senken und erst noch kongruent mit der internen IT-Strategie sind. Gerne erläutern wir Ihnen im Gespräch mehr dazu.

Corporate Training 3.0

Das Internet hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Am besten sieht man dies bei grossen News-Portalen: Videos, interaktive Grafiken, vertiefende Dossiers, Suchmöglichkeiten, verschiedene Zugangswege zu den Inhalten, Beteiligung der Leserschaft, Votings, Ratings und die Integration sozialer Medien sind selbstverständlich geworden. Hinter den Kulissen brodelt ein Kampf zwischen Print- und Online-Redaktionen, zwischen klassischem Journalismus und Instant-Berichterstattung. 

Auch technisch hat sich einiges getan: Content Management Systeme, Responsive Webdesign, Smartphones oder HTML5 sind nur einige der Stichworte. Dadurch hat sich selbstredend auch das Nutzerverhalten verändert. Man konsumiert Medien von früh bis spät auf verschiedensten Kanälen, beteiligt sich, liked, teilt und twittert. Und liest dennoch ab und zu eine gedruckte Zeitung, ein Fachmagazin oder ein Buch. Vinyl ist nicht tot, und Kino-Blockbuster erzielen Millionenumsätze am ersten Spieltag.
Was hat das alles mit firmeninterner Aus- und Weiterbildung zu tun? Sehr viel. Denn die Ansprüche der Benutzerinnen und Benutzer von Lernmedien entwickeln sich zwangsläufig im Gleichschritt mit den Nutzungserfahrungen im Internet. So stellen sich für Corporate Training im Allgemeinen und die Lernmedienentwicklung im Besonderen vielfache Herausforderungen. Wie Sie diesen begegnen können, erläutern wir Ihnen gerne.

 

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